Unsere Session bei OERxDomains21 und eine Community um die Domain of One’s Own

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Christian Friedrich
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Katharina Schulz

Zwei Neuigkeiten aus dem Projekt Domain of One’s Own: eine Corporate Learning Community hat sich geformt und wir haben bei der #OERxDomains21 mit Jim Groom über unser Projekt gesprochen.

Die Corporate Learning Community #CLCDoOO ist in Teilen aus unserem Workshop bei Studiumdigitale an der Uni Frankfurt entstanden. Hier sollen Anleitungen für die eigene Domain entstehen und Austausch rund um die Idee gefördert werden. 

Die Konferenz #OERxDomains21 im April war sicher für viele ein Jahreshighlight. Zum ersten Mal wurden die OER Konferenz und die Domains Konferenz pandemie-bedingt und -ermöglicht gleichzeitig und integriert abgehalten. Wir waren zu Gast und haben von unserem Projekt berichtet. Die Aufzeichnung hier am Ende des Podcasts.

Links und Shownotes:

Domain of One’s Own zu Gast in FrankfurtCorporate Learning Community #CLCDoOOKarlheinz PapeJim GroomProgramm der OERxDomains21Videoaufzeichnung unserer Session

Domain of One’s Own zu Gast in Frankfurt

Wir waren eingeladen: Michael Eichhorn und das Team von studiumdigitale an der Goethe-Uni in Frankfurt organisieren die MultimediaWerkstatt, in der alle, die sich mit Lehre an der Uni beschäftigen, zusammenkommen und gemeinsam nachdenken, ausprobieren und besprechen, was für ihre Arbeit Sinn ergeben könnte.

Wir sind recht bewusst mit einer offenen Fragestellung und einer nur kurzen Einführung in den Workshop gegangen. Ehrlich gesagt in Teilen als Versuch. In Teilen aber auch, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass zu konkrete Beispiele einer Domain of One’s Own drohen, die Vorstellungskraft einzuengen. Beispiel: Beschreibe ich die Idee, indem ich nur von e-Portfolios und Lerntagebüchern als Domains spreche, liefere ich zwar konkrete Beispiele. Ich kann mir aber auch (fast) sicher sein, dass die Vorstellungskraft in einer kurzen Gesprächs- und Diskussionsrunde damit dann erschöpft ist.

Die Gefahr dabei, das Konzept ohne konkrete Beispiele vorzustellen: Das Konzept wird zerredet. Hier gilt es dann einzuschreiten, zu moderieren, die Diskussion in konstruktive Bahnen zu lenken. Der mögliche Gewinn: Jemand überlegt, stellt Fragen und kommt auf Gedanken.

Anders war es auch in Frankfurt nicht. Vollkommen zurecht gab es Hinweise auf frühere Aktivitäten in Rechenzentren von Hochschulen, die darin bestanden, dass meist Lehrende eigenen Webspace und eine recht frei gestaltbare (abhängig z.B. von den eigenen Fähigkeiten in html und css zu denken) persönliche Website bekommen. Die Erfahrung dort: Das nutzt kaum noch jemand. Weil es Blogs gibt, aber vor allem: weil es Plattformen gibt, soziale Netze, medium und alle möglichen Orte im Netz, die Zusammenarbeit und Kommunikation sehr viel einfacher machen als eine Website, für die ich wenig Admin-Rechte habe.

These: Wer so einen Hochschul-Webspace bedienen kann, hat in 2021 ohnehin bereits anderswo ihren/seinen Ort im Netz und braucht das Angebot der Hochschule gar nicht. Aber daraus lernen können wir: zum Beispiel, wie diese Webspaces und Webseiten in der Organisation eingebettet sind. Werden Nutzer:innen an die Nutzung herangeführt? Wissen sie überhaupt, dass das Angebot existiert? Gibt es Lehrende, die auf das Angebot aufbauend Lehre konzipieren? Haben sie Zeit dafür und Support im Rechenzentrum? Hat die Uni oder Hochschule die zur Idee passende Strategie? Alles Fragen, die wir immer wieder auch in unseren Podcast-Gesprächen hatten.

Um nicht missverstanden zu werden: Die Hinweise auf ähnliche Ideen und Konzepte helfen enorm. Sie bieten als Beispiele eine fantastische Projektionsfläche für neue oder andere Ideen.

Richtig Freude macht so ein Rückblick auf einen Workshop, wenn er nachhallt. So geschehen bei Karlheinz Pape, der im Blog der Corporate Learning Community recht kurz nach dem Workshop eine erste Zusammenfassung mitsamt Eindrücken und Gedanken veröffentlicht. Frage hier: Wie viele Learning Professionals haben denn selbst einen Webspace samt Domain?

Weiter geht es dann ein paar Tage später in dem lesenswerten Beitrag (Wissen-)Teilen versus Senden, in dem er den Vorgang des Teilens von Wissen “ohne geplante Wirkungsabsicht” beschreibt. Wer sich mit Working Out Loud befasst hat, erkennt hier auch das Element der Generosity. Zum Ende des Beitrags stellt er fest: “Die eigene Domain ist der ideale Ort fürs Ablegen von eigenen Aufzeichnungen. Dort können auch andere meine Beiträge auch später noch finden.” Schick!

Durch das Teilen ohne Wirkungsabsicht bleibt Raum für Interpretation und Adaption. Ich kann mir die Überlegungen aus dem Blog nehmen, hier auf sie verweisen, sie neu kontextualisieren und so vielleicht als Basis für den nächsten Workshop nehmen, ohne weiteres Zutun. Und ohne das Konzept der Domain of One’s Own überhöhen zu wollen, darum geht’s doch (auch).

Hochschulstrategien für Domain of One’s Own entwickeln

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Oliver Janoschka

Oliver Janoschka ist seit seiner Gründung im Jahr 2014 Geschäftsstellenleiter des Hochschulforums Digitalisierung. Vorher arbeitete er für mehr als sieben Jahre im Bereich Hochschulbildung in verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten.

Er verantwortete internationale Policy-Projekte, zum Beispiel als Projektleiter bei der European Association on Lifelong Learning in Higher Education (EUCEN) in Barcelona und Brüssel oder als Dozent und Projektkoordinator für die Robert Bosch Stiftung im Westbalkan. Er studierte Bildungsmanagement, Soziologie und Psychologie an der Universität Hamburg.

Shownotes

Hochschulforum Digitalisierung – Hochschulbildung im digitalen Zeitalter |Eucen – HFD Mitarbeiter: Oliver JanoschkaOliver Janoschka (@Ojanoschka)StifterverbandGregory BatesonStrategize | Definition of Strategize by Merriam-WebsterEin Kommentar zu “2014 – Olaf Scholz ruft die Hamburg Open Online University (HOOU) ins Leben”DH.NRW: Startseite – Lieblingsdomains: Jan-Martin Wiarda: Wissenschafts- und BildungsjournalistClubhouse (App) – WikipediaOERxDomains Conference  

Foto Oliver Janoschka: Hochschulforum Digitalisierung, CC-BY-SA-4.0 

Die studentische Perspektive auf Domain of One’s Own

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Alexa Böckel

Wie Unternehmen und Start-Ups die Welt nachhaltiger gestalten können, ist nur einer der Arbeitsschwerpunkte von Alexa Böckel, die am Ende ihres Masterstudiums der Nachhaltigkeitswissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg steht.

Gleichzeitig setzt sie sich seit 2018 für die studentische Perspektive in der digitalen Transformation der Hochschulen ein, erst bei den DigitalChangeMakern des Hochschulforums Digitalisierung, dann in der eigenen Lokalgruppe und im Digitalausschuss des Studierendenparlaments.

Sie forscht und arbeitet zu Sustainable Entrepreneurship und Crowdfunding und schreibt leidenschaftlich über Studierendenpartizipation. Zudem baut sie aktuell ein Netzwerk unter Studierenden auf, die sich an ihren Hochschulen mit Digitalisierung beschäftigen wollen.

Alexa bei LinkedInAlexa Böckel (@AlexaBockel)SURFnetDer Digital Turn aus Studierendenperspektive, Studentisches Thesenpapier zur Digitalisierung in derHochschulbildungnon-disposable AssignmentsAlexa Böckel interviewed | Studentische PartizipationSci-Hub – Wikipedia

Das offene Web, Domain of One’s Own und die Hochschule

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Axel Dürkop

Axel Dürkop absolvierte erfolgreich ein Studium der Philosophie und Germanistik in Hamburg. Währenddessen und anschließend arbeitete er insgesamt zehn Jahre als Regisseur, Musiker und Darsteller an deutschen Stadt- und Staatstheatern, auch mit Kindern und Jugendlichen. Er pflegt seit seiner Jugend eine Leidenschaft für Programmiersprachen, Software und Computer, weil sie wie die Bühne das Potenzial haben, die Welt zu verändern. Seit mehr als zehn Jahren lehrt Axel Dürkop Themen der Informatik aus einer technischen und philosophischen Perspektive. Er ist leidenschaftlicher Autodidakt und lebensbegleitender Lerner. In seiner gegenwärtigen Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Hamburg liegt sein Fokus auf der Erforschung und Gestaltung von Offenheit in Forschung, Lehre und Gesellschaft. In diesem Bereich schreibt er gegenwärtig auch seine Dissertation.

Wir sprechen mit Axel über technologische und organisationale Aspekte einer Domain of One’s Own.

Homepage von Axel DürkopAxel bei TwitterAxel bei Mastodon

TUHH-ITBHCommodore 64BASICHTMLCascading Style SheetsRheinwerk – Der Verlag für IT, Design und FotografieO’Reilly Media – Technology and Business Training – A Brief History of DoOO Part 1 und Part 2Soziotechnisches System – WikipediaE-PortfolioOn the Internet, nobody knows you’re a dogHochschule für Musik und Theater HamburgOpen AccessWorking Out LoudModernes PublizierenAPI Magazinarchive.orgAn Urgency of TeachersHybrid PedagogyPaulo FreireOpensource.com

Netzschau Juli 2020

Anfang des Monats sind wir mit unserem Podcast “Domain It Yourself” und dem Projektblog online gegangen: Zeit für einen kleinen Blick ins Netz, wer über uns berichtet hat. Neben der HAW Hamburg, dank deren Förderung wir das Projekt umsetzen können, hat unser erster Podcast-Gast Kerstin Mayrberger auf ihrer neuen Website zur Partizipativen Mediendidaktik eine Notiz zur Episode verfasst, und wir haben OERinfo vier Fragen beantwortet. Und sogar in den USA hört man unseren Podcast!

Partizipation, Mediendidaktik und Domain of One’s Own

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Kerstin Mayrberger

Die Frage, wie Menschen lernen und lehren, beschäftigt Prof. Dr. Kerstin Mayrberger schon seit über 20 Jahren. Insbesondere Fragen der Teilhabe, der Partizipation und der Offenheit in der Hochschullehre sind ihr ein Anliegen, das sie in ihrer Arbeit an der Universität Hamburg antreibt. Sie studierte in Lüneburg und Hamburg, promovierte in Hamburg, war Juniorprofessorin in Mainz und Professorin in Augsburg. In den letzten Jahren hat sich Kerstin Mayrberger intensiv mit den Fragen studentischer Partizipation und Repräsentation in Lehre und Lernen auseinandergesetzt: So veröffentlichte sie im Jahr 2020 bei Beltz das Buch „Partizipative Mediendidaktik”, in dem kritisch-konstruktivistische Fragen des Lehrens und Lernens eine zentrale Rolle spielen. Ein perfekter Auftakt für einen Podcast zur Domain of One’s Own.

Homepage Kerstin Mayrberger: Uni HamburgKerstin auf TwitterKerstin bei ORCID

Virginia Woolf, Room of One’s OwnWerner Sesink, Raum und DinglichkeitOER Personal Learning EnvironmentTwitterpartizipative-mediendidaktik.de / mayrberger.dePartizipative Mediendidaktik – Buch: Gestaltung der (Hochschul-)Bildung unter den Bedingungen der Digitalisierung – Kerstin MayrbergerMayrberger, Kerstin. 2020. „Partizipative Mediendidaktik: Darstellung Von Eckpunkten Und Vertiefung Des Partizipationsraums Als Konstituierendes Strukturelement“. MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie Und Praxis Der Medienbildung 17 (Jahrbuch Medienpädagogik), 59-92.

Die Idee einer Domain of One’s Own erklärt im Podcast

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Katharina Schulz

Worum geht es bei der Idee einer Domain of One’s Own? Was hat das mit dem gleichnamigen Projekt der Hamburg Open Online University zu tun und warum gibt es dazu einen Podcast? Katharina Schulz und Christian Friedrich begrüßen sich zum ersten Mal gegenseitig in einem Podcast, erklären die Domain of One’s Own und das Konzept des Podcasts Domain it Yourself.

Domain of One’s Own: Projektseite7 Things You Should Know About a Domain of One’s OwnHOOU Team: Domain of One’s OwnVeranstaltung: Hacks & ToolsVirtually ConnectingJim Groom – – Hamburg Open Online UniversityWebsite: Katharina SchulzWebsite: Christian FriedrichHacks & Tools RückblickSplot zum Vortrag bei OER20Domains an der Uni Coventry – A Brief History of DoOO Part 1 und Part 2

Stell dir vor, du bist ein Fisch!

… so begann der Pitch für dieses Projekt bei der Hacks & Tools im Februar 2020, mit dem wir uns um die Förderung durch die HAW Hamburg bewarben. Mit diesem einfachen Bild ließ sich in ein paar Minuten erklären, was das Besondere am Konzept Domain of One’s Own ist.

Schwimmt der Fisch sein ganzes Leben lang nur im Aquarium und landet dann unversehens im großen Meer, ist die Gefahr groß, dass Raubfische ihn erwischen. Wächst er allerdings dort auf und lernt von klein auf alle guten und alle schlechten Seiten des Meeres kennen, hat er eine viel bessere Chance, sich zu verteidigen – und das Meer in vollen Zügen zu genießen.

So ähnlich ist das auch mit dem Internet. Lerne ich das Internet immer nur in einer gesicherten, abgeschlossenen Variante kennen – einer Lernplattform – habe ich später schlechtere Chancen, es im echten Leben in seiner vollen Breite anwenden zu können. Kann ich schon während des Studiums ein Stück echtes Netz pflegen und nutzen, wie ich mag – alleine, mit anderen zusammen, fürs Studium, oder für meinen privaten Blog … dann kann ich mit ganz anderen Erfahrungen ins Berufsleben starten.

Das Konzept einer Domain of One’s Own sieht vor, dass Hochschulen ihren Studierenden von Beginn des Studiums an eine eigene Domain und Webspace bereitstellen, die sie selbst gestalten können und über die sie volle Kontrolle haben. Sie lernen somit, sich im Netz zu bewegen, Inhalte zu erstellen, verschiedene Tools einzusetzen und können kollaborativ arbeiten. Am Ende des Studiums können sie ihre Inhalte auf eine andere Seite mitnehmen, wie bei einem Umzug. Mit unserem Podcast und den im Projekt entstehenden Materialien soll das Konzept, das bisher vor allem im englischsprachigen Raum umgesetzt wird, auch in Deutschland bekannter und an Hochschulen ausprobiert werden.